Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

15. 12. 2004

Katastrophenübung in Bad Eisenkappel

Aus der Kleinen Zeitung vom 5.12.2004:

Bezirk übte in Bad Eisenkappel den Tag "X"

Große Katastrophenübung aller Rettungs-Einrichtungen des Bezirkes am Freitag und Samstag in Bad Eisenkappel. Ein Lokalaugenschein.

Von ZDRAVKO HADERLAP

Punkt 12.00 Uhr Mittag am Freitag gibt es Alarm. Das Rote Kreuz mit 64 Sanitätern, drei Notärzten, dem neu eingerichteten Kriseninterventionsteam und die Kärntner Suchhundestaffel fahren vor und richten ein zentrales Feldlazarett mit sechs Zelten für die Erstversorgung ein. 15 Feuerwehren in voller Ausrüstung aus dem Abschnitt Jauntal stehen bereit.

21 Verletzte müssen aus dem zum Teil eingestürzten, rauchumschwadeten Altenpflegeheim geborgen werden. Feuerwehrmänner mit schwerem Atemschutz dringen in die Räume vor und bergen die auf Hilfe wartenden Opfer. Aus den Trümmern befreit, werden die Verletzten den Sanitätern des Roten Kreuzes übergeben, im Lazarett vom Notarzt empfangen und je nach Behandlungsdringlichkeit zugeordnet und registriert. Bezirksärztevertreter Dieter Schmidt: "Im Ernstfall müssten wir in einem solchen Fall die Bevölkerung zu Hilfe rufen."

Einsatz der Hundestaffel

Mittlerweile bricht die Nacht herein und 16 Verletzte warten im Kurhotel auf ihre Rettung. Vier Angestellte haben Traumata erlitten und verschwinden im Park. Schon macht sich die Kärntner Hundestaffel zum Einsatz bereit. Die gut ausgebildeten "Alice of Thunder", "Umbra von Lorenziberg", "Donna von Noricum" und "Kenny" durchstöbern das Gehölz und stellen bald die Verirrten. Hundeführer Gerhard Griesser: "Die Aufgabe ist nicht leicht, vor allem, wenn Wasser mit im Spiel ist. Da nehmen die Hunde sehr schwer eine zielführende Witterung auf." Zur gleichen Zeit kümmert sich im Kurhotel das multifunktionale Kriseninterventionsteam um die Nachbetreuung der Angehörigen der Opfer. Die Kurgäste mit Direktor Helmut Schabernig applaudieren den Einsatzkräften. Die Bergrettung Bad Eisenkappel ist im Hotel Obir im Einsatz. Einige Hotelgäste müssen mittels Seilbergung über die Außenfassade gerettet werden. Zugleich stellen die Lawinensuchhunde "Kupper" und "Cora" im Keller verschüttete Opfer.

Aus Trümmern befreit

Bei den Berggehöften Miklau und Bajdl bricht bereits der Samstagmorgen an. Zwischen den Trümmern der Wirtschaftsgebäude ist die Suchhundestaffel erfolgreich. Alle sechs aufgestöberten Vermissten werden umgehend mit der Rettung in das Lazarettdorf in Bad Eisenkappel gebracht. Nüchtern stellt Bezirksstellenleiter Camille Hoffmann fest: "53 Opfer wurden erfolgreich geborgen und nach Dringlichkeiten optimal versorgt. Somit können alle unbeschadet, zur körperlichen Stärkung, den Weg in die Feldküche antreten."

Erfolg lag in der Kommunikation

Die Einsatzorganisationen zogen eine zufriedene Bilanz.

Samstagvormittag trafen sich die Organisationen vor Ort zur Manöverkritik. Im Spiel für den Ernstfall sei die Koordination und Kommunikation zwischen Rotem Kreuz, Kriseninterventionsteam, den 15 Feuerwehren, der Kärntner Suchhundestaffel, der Bergrettung, dem Zivilschutz und der Gendarmerie optimal abgestimmt gewesen. "Unsere Erkenntnis: Wir sind durchaus gerüstet, solche Katastrophen zu bewältigen. Sowohl die Organisation als auch die Qualität der medizinischen Versorgung hat gestimmt", sagt Bezirksärztevertreter Dieter Schmidt. Der Bezirksrettungskommandant und Initiator der Übung, Josef Medved, Bezirksfeuerwehrchef Manfred Drobesch, Siegfried Tschemernjak, Feuerwehrkommandant des Abschnittes Jauntal, Katastrophenreferent der BH Wolfgang Knauder, Major Klaus Innerwinkler, Rot Kreuz-Bezirksstellenleiter Camille Hoffmann, Christian Koschlak von der Bergrettung Bad Eisenkappel sowie Josef Pasterk - für Zivilschutz in der Gemeinde zuständig - zeigten sich mit dem gespielten Katastrophenszenario überaus zufrieden. Der Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Georg Tazoll, sah in dieser Übung eine mögliche Generalprobe für eine im nächsten Jahr anberaumte, dreitägige Landesübung mit 1000 Sanitätern und 350 Verletzten. Bürgermeister Dieter Haller bedankte sich bei allen 279 freiwillig Beteiligten.

>> zum Thema auf der Homepage des Roten Kreuzes




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