Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

14. 03. 2004

Patient Straßenverkehr

Patient Straßenverkehr

Patient Straßenverkehr

Patient Straßenverkehr

Bericht von der Diskussion der Transit-Plattform A 10 Oberkärnten:

Vom engagierten Kollegen, dem Vizepräsidenten der Ärztekammer, Dr. Karl Schlögl, eingeladen, konnte ich an diesem Abend im fast vollen Stadtsaal – etwa 400 Zuhörer - in Spittal/Drau über Gesundheitsschäden durch den Straßenverkehr referieren.

Gestützt auf den ausgezeichnet recherchierten Vortrag der ÄGU – Ärzte für eine gesunde Umwelt – zeigte ich die Schäden durch Luftverschmutzung, festgemacht am Feinstaub, den Partikeln PM 10 bis PM 2,5; durch den Lärm, ein Hauptproblem der Anrainer an der Tauernautobahn und eine technisch, wie mir scheint, überhaupt nicht lösbare Belästigung; durch den Klimawandel; die mangelnde bis fehlende körperliche Bewegung und die psychosozialen Folgen, hier vor allem die Unfälle. Auf dem Gerüst dieser Folien lassen sich gut regionale Daten und Bilder einfügen, so bekommt der Vortrag die richtige Mischung aus globaler und lokaler Sicht.

Der Vizebürgermeister Helmut Kari der Gemeinde Rennweg, die am meisten betroffen ist, hat hervorragend recherchiert, die Verkehrs-zählungen bekannt gemacht und die Sicherheitsargumente zerpflückt.

Zweiröhrige Tunnels sollen sicherer sein, aber alle schlimmen Unfälle waren Auffahrunfälle. Aufgrund der klaren und durchgehaltenen Ablehnung der SPÖ zum Ausbau der Autobahn in Rennweg konnte dort die jahrelange Führung der ÖVP gebrochen werden.

Mag. Hannes Gabriel, der Obmann der Initiative, schilderte die rechtlichen Tricks und Unsauberkeiten bei der Planung des Ausbaus der Tauernautobahn.

Dr. Arnold Mettnitzer aus Wien, gebürtiger Liesertaler, Theologe und Psychotherapeut, moderierte die Wortmeldungen in so geschliffener Weise, dass kein Unmut aufkam, aber dennoch Konfrontation gelang.

Meine Meinung: die Art und Weise, wie Politik und Bauwirtschaft mit der Bevölkerung im Liesertal umgeht, ist nicht zu akzeptieren, das ist von demokratischen Gepflogenheiten sehr weit entfernt. Allerdings sind hier, wie so oft, die end-of-pipe-Technologien an erster Stelle, Vorsorge gibt es nicht. Mir kommt das so vor, als würde einem Herzkranken ein Bypass (zweite Tunnelröhre) operiert, dann käme er mit 5 Medikamenten (Lärm und Abgase)und 2 weiteren (Lärmschutzwände) zur Beherrschung der Nebenwirkungen der anderen nach Hause und man versicherte ihm, so könne er gesund bleiben!

Zwei Bilder sollen den Gegensatz zwischen der Natur der Berge, der Alpen, der Sehnsucht und dem Erlebnis Natur und den übermütigen Beton-Ideen der Ingenieure, für die manchmal, wie mir scheint, Alpen lediglich ein lästiges, aber leicht überwindbares Hindernis auf dem Weg von Hamburg nach Palermo darstellen:

Der Berg ruft – der Berg kommt




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