Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

11.11.2001

Sport erhält gesund!

Sport erhält gesund!
warum es wichtiger ist, gesünder zu sterben als länger zu leben

Trotz erheblicher Verspätung und unangekündigtem Ausfall eines Vortrags - auch die Preisverleihung des österreichischen Staatspreises für Sportmedizin fiel (warum?) aus - gab es interessante Referate und Diskussionen.

Univ. Prof. HR Dr. Alfred Aigner aus Salzburg berichtete über die Vor- und Nachteile des Sports bei Patienten mit Bluthochdruck. Bei aktiven Sportlern findet man wesentlich weniger erhöhte Blutdruckwerte (2-3%) als in der Normalbevölkerung (15-25%).

Sport ist nicht erlaubt bei unbehandeltem Hochdruck und bei bereits vorhandenen Organschäden wie Linksherzvergrößerung oder Augenveränderungen.

Empfohlen wird regelmäßige körperliche Bewegung bei grenzwertigem Hochdruck, bei Belastungshochdruck und bei vorhandenen Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhten Blutfetten, familiäre Vorgeschichte.

Welche Sportarten sollte man ausüben?

Sicher keine rein statischen und Kraftsportarten wie Gewichtheben, Judo, Karate und ähnliches. Ausgezeichnet geeignet sind dynamische Bewegungen wie Laufen, Wandern, Radfahren, Schwimmen. Vorsicht sei angeraten bei Sort mit Wettbewerbscharakter oder Kontaktsport, hier sollte Erfahrung und langjährige Übung vorausgesetzt werden.

Zu Achten ist auf die Atmung: bei Pressatmung kann es zu gewaltig hohen Blutdruckwerten kommen! Etwa beim Kegeln, beim Windsurfen. Wenn hier widrige Bedingungen verstärkend wirken: kalter Wind, nasse Kleidung, Müdigkeit, falscher Ehrgeiz, so ist auch bei Jüngeren ein Herzinfarkt möglich.

Univ. Prof. Dr. Norbert Bachl aus Wien zeigte auf, dass in den USA 1/4 aller vermeidbaren Todesfälle im weitesten Sinn auf mangelnde Bewegung zurückzuführen wäre und nur etwa 6 % auf Drogenmissbrauch. Demgegenüber ständen eine Flut von Gesetzen zum Drogenhandel und - gebrauch, aber nur Empfehlungen und Aktionen für Sport und Bewegung. Die beste Möglichkeit zur Verhinderung einer sich abzeichnenden massiven Vermehrung des Diabetes Typ II ist sicher ausreichende, tägliche körperliche Aktivität. Die Gene des Menschen sind seit 30.000 Jahren unverändert geblieben, er ist also einfach für ein Leben ohne Benützung der Muskeln und des Bewegungsapparats nicht geschaffen! Wie ich schon im Bericht über die Geriatrie-Ausbildung gezeigt habe, werden bald ein Drittel der Österreicher über 60 Jahre alt sein, was an medizinischer Problematik auf uns zukommt, lässt sich angesichts der vielen direkt auf fehlende Bewegung gründenden Zivilisationskrankheiten kaum abschätzen. Der Schulsport müsse wesentlich mehr ausgeübt werden, die Eltern müssten für Sport Vorbild sein, die Vereine seien intensiv zu fördern.

Im letzten Vortrag wurden von Univ. Prof. Dr. Peter Schmid Erfahrungen mit der Betreuung von Herzkranken weitergegeben.

Gilt der Conconi-Test noch immer?

In aufwändigen Untersuchungen und Vergleichen mit rechnerischen Formeln stellte sich heraus, dass die mit dem Ergometer ermittelte maximale Trainingsherzfrequenz, die Kaavonen-Formel und eben der Conconi-Test am besten übereinstimmen. Einige andere Formeln bedingten zu geringe oder zu hohe Belastungen. In der Diskussion wurde klar, dass diese Werte für Herzkranke gelten und bedeuten, dass die ermittelte maximale Frequenz den Punkt bedeuten, über den der Patient nicht hinausgehen darf. Ganz etwas anderes sind Trainingsberatungen für Gesunde.

Ein vorzügliches und geselliges Mittagessen beendete diesen lehrreichen Kongress.




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