Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

25.07.2015

Der Formular-Wahnsinn

Der Formular-Wahnsinn
Diesen Artikel habe ich in der "Kärntner Ärztezeitung" veröffentlicht:

Der Formular-Wahnsinn

Nach einer neuerlichen, 150,- Euro teuren Reparatur des Druckers in der Ordination möchte ich meiner Wut-Galle einen Abfluss verschaffen, bevor mich die Melancholie und Resignation erfasst.

Seit Jahren rechnen alle Fach- und Allgemeinärzte über ELDA ab, niemand trägt mehr seine Krankenscheine im Schuhkarton zur Krankenkasse. Dennoch gibt es Überweisungsscheine für Labor, Radiologie, Fachärzte, Physiotherapie; Einweisungen, Transportanweisungen, Verordnungen; Überweisungsscheine für die BVA, VA, SVA und KFA. Zusammen elf verschiedene DIN-A5-Zettel, alle hinten bedruckt. Obwohl seit Jahren auf der Rückseite nichts mehr eingetragen wird.

Es gibt ein Druckerfach für die Rezepte, eines für die DIN-A5-Zettel und ein drittes für DIN-A4. Also wird in einer durchschnittlichen Ordination das mittlere Fach mindestens 100 mal, bei Vertretungen und Montagen bis zu 200 mal täglich geöffnet und geschlossen, um das jeweilige richtige Formular einzulegen.

Daher ist die mechanische Lebensdauer eine Druckers begrenzt und Reparaturen häufig.

Und alles ist völlig unnötig!

Weil ein einheitliches Formular für alle genügt!

Weil das bei den Rezepten schon gelungen ist!

Weil wir im 21. Jahrhundert sind!

Weil wir schon überlegen, das Bargeld abzuschaffen oder einzuschränken!

Weil's mir schon lange reicht!

Wir könnten eine Demonstration in Klagenfurt abhalten und dabei Druckerpatronen verschießen oder Formulare in die Luft werfen!

Oder wir streiken unbegrenzt und verwenden alle nur mehr weiße Zettel!

In tiefer Verzweiflung: Dr. Dieter Schmidt, Eberndorf


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