Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

17.11.2007

Eine Rezension der "Meerestiere"

Eine Rezension der
Gar nicht selten ist unbedarfter oder zufälliger Kontakt mit Lebensformen, die unter Wasser beheimatet sind, Anlass für eine schmerzhafte, wenn nicht gar gesundheitlich sehr ernste Problematik. Das im Verlag Müller Rüschlikon erschienene Buch „Giftige und gefährliche Meerestiere“ will in erster Linie unliebsame Überraschungen vermeiden helfen, im Akutfall Tipps und Anleitung zur Erstversorgung geben.

Bei weitem nicht alles, was unter Wasser wächst und schwimmt, hat das Potential dem Taucher im Zweifelsfall den Spaß zu verderben. Der Drang mancher alles Berühren zu müssen und die Lebensformen im Riff als Streichelzoo zu begreifen, hat spätestens beim Kontakt mit einer Feuerkoralle ein Informationsbedürfnis in Gang gesetzt, wie man sich zukünftig vor unliebsamen Überraschungen schützen kann.

Manche Spezien finden sich im taucherischen Allgemeinwissen bereits als schön aber giftig festgeschrieben, dennoch gibt es immer wieder Aktionen, die man Mutproben gleichstellen darf und selbst verschuldet zu Verletzungen oder gar zum Tode führen, wie im Fall eines bekannten US-Tierfilmers, der von einem Rochen ins Herz gestochen wurde.

Quallen hält man traditionell gerne auf Abstand, doch bei weitem nicht alle Arten haben Nesselzellen, die in erster Linie zum Nahrungserwerb dienen. Wesentlich unbedarfter verhält man sich Anfangs der Tauchkarriere Weich- und Hartkorallen gegenüber – bis man schmerzhafte Erfahrungen ins Logbuch schreiben kann. Die brennenden und lange Zeit nässende Schwellungen verursachende Kontakte mit Blumentieren sind nicht immer vermeidbar, wenn etwa eine deutliche Strömung ins Spiel kommt.

Wie man Probleme bereits im Ansatz vermeidet oder sich dann am besten selbst helfen kann, wird im Buch ausführlich beschrieben.

Medizinisches Fachwissen wird von Dr. Dieter Schmidt eingebracht, der die von der Biologin Kathrin Herzer zusammengetragenen Beispiele für mehr oder weniger gefährliche Berührungen aus Sicht des Arztes eingehend bespricht.

Der Part der Biologin bezieht sich auf die Sortierung der Arten, Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten, Verbreitung, Lebensraum und Verhaltensweise, den Giftapparat und das Gift. Der Mediziner klärt über Risikogruppen auf, stellt die Symptome dar und erklärt Erste Hilfe Maßnahmen. In einem Register sind alle im Zusammenhang von Verletzungen möglichen Symptome noch einmal zusammenfassend aufgelistet, von Allergie bis Zungenmuskulatur, mit Verweisen auf die Seiten des Buches, in denen ausführliche Stellungnahmen zu finden sind.

Mit Herbert Frei fand man einen seit über zwei Jahrzehnten weltweit tätigen Unterwasser – Fotograf und UnterWasserWelt - Autor, dessen Archiv neben den Standardmotiven zum Thema auch die seltensten und giftigsten Spezien zu bieten hat, die oft genial getarnt im Riff, auf oder unter dem Sandgrund verharren.

Wie stets kann man den Leitspruch anwenden: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Um weltweit ein Stück informierter durchs Riff zu streifen ist dieses Buch sicher ein guter Ratgeber im reisefreundlichen Format.

Fakten

Titel: Giftige und gefährliche Meerestiere

Autoren: Herbert Frei, Kathrin Herzer, Dr. Dieter Schmidt

Seiten: 204

Abbildungen: ca. 150 Farbfotos

Ausführung: Gebunden, Hardcover

Format: 170 x 210 mm

ISBN: 978-3-275-01601-3

Erscheinungstermin: Oktober 2007

Preis in Deutschland: € 19,95

Verlag: Müller Rüschlikon

www.paul-pietsch-verlage.de


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