Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

26.12.2005

Neues aus der Umweltmedizin

Neues aus der Umweltmedizin

Neues aus der Umweltmedizin

Neues aus der Umweltmedizin

Es gäbe einen Winterschlaf, eine Ermüdung in der Umweltmedizin, nur mehr akademische, für Habilitation geeignete Forschung?

Der gemeinsame Kongress der internationalen „Society of environmental medicine“ und der deutschen „Gesellschaft für Hygiene und Umweltmedizin“ in Erlangen, 19.-21.Oktober 2005, brachte einige wichtige neue Aspekte ans Licht der Öffentlichkeit. Hier knappe Auszüge, die Lust auf mehr machen sollten:

Umweltmedizin in Forschung und Praxis, Band 10, Nr.5/2005, ISBN 1430-8681

Zu Mobilfunk:

…es fehlen jedoch verpflichtende nationale und internationale Vorschriften zum Schutz von Patienten mit elektronischen Implantaten.

…es wurde ein Personendosimeter entwickelt, der in einer ersten Pilotstudie seine Eignung beweisen konnte.

…dass die Kommunen faktisch vom Goodwill der Mobilfunkbetreiber abhängig sind.

Zum Feinstaub:

…hohe Verkehrsexposition ist mit einer deutlichen Erhöhung der Morbidität an koronarer Herzerkrankung assoziiert. Es bleibt allerdings unklar, welcher pathogenetische Effekt dafür verantwortlich ist.

…in Wien zeigte sich ein signifikanter Anstieg von Sterbefällen an ischämischen Herzerkrankungen bei über 65-jährigen, und zwar am Tag nach einem Feinstaubanstieg. Spitalsaufnahmen wegen COPD hatten eine längere Latenz, zeigten nach Anstieg von PM 2,5 einen zweigipfligen Verlauf und waren bei Männern auch signifikant mit PM 10 assoziiert. An Hand von Indikatoren wie PM 2,5 und NO2 lässt sich in Zeitreihenstudien zeigen, dass die gegenwärtige Außenluftqualität in österreichischen Städten noch immer nicht ausreicht, um kurzzeitige Mortalitäts- und Morbiditätsspitzen bei bestimmten Krankheiten zu verhindern.

Zu Phthalaten, den Weichmachern in PVC:

… DBP – Di-n-butylphthalat – wird in magensaftresistenten Bezügen von Tabletten, pflanzlichen Heilmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Die ermittelten DBP-Belastungen überschreiten deutlich Grenzwerte wie den TDI und die RfD, die beide bei 100 µg/kg/Tg liegen. Aus präventivmedizinischer Sicht sollte daher der Einsatz DBP-haltiger Arzneimittel für Frauen im gebärfähigen Alter und für Kinder kritisch geprüft werden.

… die oxidierten DINP – Di-iso-nonyl-phthalat – Metabolite erwiesen sich als Biomonitoring-Parameter von hoher diagnostischer Zuverlässigkeit. Die Ausscheidung belegt eine ubiquitäre Exposition der Allgemeinbevölkerung. Diese Eregbnisse stehen im Gegensatz zu Untersuchungen aus den USA, wobei dort nur der fragliche Parameter MINP bestimmt wurde. Das DINP-Monitorung wird aufgrund steigender DINP-Produktionsmengen an Bedeutung gewinnen.

…bei längerfristigem Verzehr von hochbelastetem Speiseöl kann eine Gesundheitsschädigung nicht mehr ausgeschlossen werden. Die nachgewiesenen Mengen sind bedenklich, auch vor dem Hintergrund, dass wir Weichmacher zusätzlich aus vielen anderen Quellen aufnehmen. Weichmacher haben in Olivenöl nichts zu suchen! ….fordert die Hersteller der Olivenöle deshalb dringend auf, die Eintragspfade, zu denen die Verpackung offenbar nicht gehört, zu ermitteln und zu verschliessen

Verschiedenes:

… die Beschaffung relevanter Daten von Herstellern von Desinfektionsmitteln gestaltet sich so schwierig, dass eine bewusste und wissensbasierte Auswahl im Sinne des Anwenderschutzes von chemischen Laien nicht erwartet werden kann. …..die es einem Laien unmöglich machen, problematische Stoffe wirksam zu identifizieren.

…. Messungen von CO?-Konzentrationen in Klassenräumen: es ist auf eine regelmäßige Lüftung vor Unterrichtsbeginn und in den Pausen zu achten. Sicherungsmaßnahmen können Lüftungen deutlich erschweren. Die zunehmende Gebäudeisolierung führt zu einer zusätzlichen Verschlechterung.

…es wurde ein „Lästigkeitsindex“ entwickelt, der es für den Planer und Betreiber von Verkehrsanlagen erlaubt, nicht nur die objektiven, sondern vor allem die subjektiven Störwirkungen des Lärms zu prognostizieren.

… viel wichtiger ist es, die psychische und physische Interaktion des Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen und die störenden Schallkomponenten wie Einflüsse des Motors, der Strömungs- und Rollgeräusche durch Veränderungen des Fahrbahnbelags, der Bereifung, des Geschwindigkeitsprofils oder durch an die Situation angepasste Lärmschutzeinrichtungen zu reduzieren.




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