Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

12.12.2005

Immer aktueller - Mobilfunk Thema des Tages

Immer aktueller - Mobilfunk Thema des Tages
13.12.2005 19:38

"Für unter 16-Jährige ist Handy tabu"

Die Kärntner Ärztekammer informiert über das "Gesundheitsrisiko Mobilfunk". Sogar genetisches Material soll beeinflusst werden.

Kinder unter 16 Jahren sollten möglichst nicht mit Handys telefonieren

BETTINA AUER

Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Kopfweh und Ohrengeräusche - immer mehr Kärntner kommen mit solchen Symptomen zum Arzt. "Hat man andere Krankheiten ausgeschlossen, bleibt oft nur mehr das Handy als Ursache übrig", sagt Umweltmediziner Dieter Schmidt.

Gesundheitsrisiko. An der Einsicht der Patienten hapert es allerdings oft, deshalb informiert die Kärntner Ärztekammer jetzt über das "Gesundheitsrisiko Mobilfunk". Überzeugungsarbeit musst Schmidt zu Beispiel bei einer Bäuerin leisten, die unter einem massiven Rheuma-Schub litt. "Sie wollte nicht glauben, dass das Mobiltelefon, das sie ständig bei sich trug und beim Schlafen auf den Nachttisch legte, schuld ist", erzählt der Umweltmediziner. Erst als die Frau das Handy ausschaltete, verschwanden die Beschwerden.

Krebserkrankungen. Nicht immer können Menschen, die durch Mobilfunkstrahlen krank werden, so leicht geheilt werden. Einige Mediziner führen sogar Krebserkrankungen auf das Handytelefonieren zurück. Eine schwedische Studie ergab, dass das Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken, nach zehn Jahren Handy-Gebrauch, sprunghaft ansteigt.

Genetisches Material gestört. Die elektromagnetischen Felder von Handys sollen sogar das genetische Material in den Zellen stören, besagt die Reflex-Studie (Risk evaluation of potential enviromental hazards from low energy electro-magnetic Field exposure using sensitive in vitro methods), für die zwölf universitäre Arbeitsgruppen in sieben Ländern Europas gearbeitet haben. "Jugendliche unter 16 Jahren sollten deshalb möglichst gar nicht mit dem Handy telefonieren. Ihr Gehirn ist noch im Wachstum und die Gehirnschale ist noch nicht so dicht wie bei einem Erwachsenen", sagt Schmidt. Sein Rat: Wenn Kinder ein Handy haben, sollten sie es nur einschalten, wenn sie wirklich telefonieren müssen und das Gespräch so kurz wie möglich halten.

Warnungen. Für übertrieben halten die Warnungen der Mediziner die Mobilfunkbetreiber. "Die Reflex-Studie ist seriös, doch es ist ein vorläufiges Ergebnis und deshalb kein Grund, sich Sorgen zu machen", sagt Claudia Übellacker vom Umwelt-Team der Mobilkom Austria. Ihre Kritik an der Studie: "Die Ergebnisse sind nicht am Menschen, sondern nur im Reagenzglas erprobt."

Fakten:Kurze Gespräche. Kein Dauertelefoniern: Gespräche mit dem Handy sollten kurz und knapp gehalten werden.

Ausschalten. In der Nacht soll nicht telefoniert werden. Das Handy nicht eingeschalten auf den Nachttisch legen. Das gilt auch für schnurlose Telefone. Ihre Ladestationen strahlen sehr stark, deshalb nachts ausstöpseln.

Schule. In der Schule sollten elektromagnet-

ische Felder vermieden werden. Das gilt auch für Wireless-Lan-Systeme.

Info-Abend

Gesundheitsrisiko Mobilfunk ist das Thema eines Informationsabend, zu dem die Ärztekammer Kärnten lädt.

Termin: Donnerstag, 15. Dezember 2005, Beginn 19 Uhr, Universität Klagenfurt Hörsaal C

Referenten sind Dietrich Moldan (Umweltanalytik) und Gerd Oberfeld (Umweltmediziner des Landes Salzburg)




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