Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

Tipp: Zeckenentfernung

Zecken beißen nicht, sie stechen in die Haut, nachdem sie diese vorher betäubt haben. Sie treffen mit hoher Genauigkeit ein Blutgefäß und saugen dann Blut. Alle drei bis vier Stunden muss die Zecke Speichel in den Stichkanal absondern, sonst würde dieser vertrocknen, außerdem darf das Blut nicht gerinnen. Spätestens nach dem vierten Mal ist der Speichel aus und der Inhalt des Vormagens ersetzt ihn.

An weichen Stellen - Hals, Leistenbeuge, Bauch, Kniekehlen, Genitalbereich - stechen die Zecken tiefer und sind dort schwerer zu entfernen. Leichter geht es an der Kopfhaut, am Handrücken und an den Außenseiten der Arme und Beine. Die FSME-Viren befinden sich im Speichel und werden in der Regel sofort übertragen. Die Borrelien leben im Vormagen und können also erst später infizieren.

Daher ist es wichtig, die Zecke möglichst bald zu entfernen. Keinesfalls verwenden sollte man: UHU, Nagellack, Salben, Öl, Alkohol oder ähnliche Substanzen, die die Zecke langsam ersticken würden. Dabei gibt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit allen Speichel und den Inhalt des Vormagens ab, die Infektionsrate ist hoch.

Und so geht's: am besten wird die Zecke möglichst nahe an der Hautoberfläche mit einer geeigneten Pinzette gefasst und leicht drehend - Zack - abgezogen. Wenn dabei Teile zurückbleiben, so sind das fast immer die Zangen, mit denen sie sich festgehalten hat, nicht der Kopf mit dem Saugrüssel. Diese Teile werden, wie überhaupt die ganze Wunde, mit einem Desinfektionsmittel oder mit Alkohol behandelt, sie werden dann nach einigen Tagen problemlos abgestoßen.

Gegen die FSME-Viren kann man impfen und das sollte man in unserer Gegend auch gewissenhaft tun. Die Borrelien machen teils langwierige und schwere Infektionen, es gibt keine Impfung! Wenn sie nach etwa vierzehn Tagen oder später eine kreisförmige Rötung um die Bissstelle bemerken, suchen Sie unbedingt ihren Arzt auf und zeigen ihm diese Rötung. Mit einer gezielten Antibiotika-Therapie kann man im Anfangsstadium beste Erfolge erreichen.

> Impf-Information

Quellen: Dr.Wernstorfer, Erlangen

Dr.Schmutzhard, Innsbruck




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