Ordination Dr. Dieter Michael Schmidt

Tipp: Selbst-Test zur Alkoholkrankheit

Acht Jahre lang habe ich in Völkermarkt die Nachbetreuung der Alkoholkranken nach ihrer stationären Entwöhnung, meist im Krankenhaus de la Tour in Treffen bei Villach, geleitet und dabei sehr viel von den Patienten über ihre Krankheit gelernt, auch einiges an Einsicht gewonnen, wie skalpell-ähnlich mancher Spruch und etliche Randbemerkungen von Ärzten und Pflegepersonal verletzend wirken. Gerade Alkoholkranke sind sehr empfindlich, weil sie einerseits selbstlängst um ihr Problem wissen und weil sie andererseits oft genug versucht haben, sich „zusammen zu reißen“ und aufzuhören, dadurch aber umso tiefer in die Sucht gerieten.

Es ist eine Krankheit und keine Charakterschwäche!

Bis auf einige Ausnahmen kann eine Entwöhnung bei der Alkoholkrankheit auch in der Allgemeinpraxis durchgeführt werden, wenngleich die ideale Therapie im spezialisierten Krankenhaus stattfinden sollte, da es dort acht Wochen Zeit gibt, über sich selbst und vieles andere nachzudenken. Insgesamt dauert eine Behandlung zwei Jahre, mit wöchentlichen Terminen in den ersten 10 Wochen, dann Gespräche alle vierzehn Tage. Medikamentöse Therapie ist oft nur in den ersten Wochen erforderlich, später können moderne Arzneien, die das Verlangen (Craving) deutlich verringern, sehr gut unterstützend wirken. Die meiste Arbeit erfordertdie Rückkehr in den Alltag, die Bewältigung der Krisen, die Reaktion der Angehörigen und Kollegen und nicht zuletzt die Kenntnis der Gefahren des versteckten Alkohols in Speisen und Tabletten.

Ein Selbst-Test für ehrliche Leser:

1. Trinken Sie mehr und/oder öfter Alkohol als beabsichtigt?

2. Sind Sie oder Ihre Angehörigen der Meinung, dass Sie weniger Alkohol trinken sollten?

3. Haben Sie sich schon einmal über einen Kommentar zu Ihrem Alkoholkonsum geärgert?

4. Haben Sie schon jemals für Probleme schuldig gefühlt, die durch den Alkohol entstanden sind?

5. Haben Sie hin und wieder Alkohol als „Muntermacher“ morgens nach dem Aufstehen konsumiert?

6. Hätten Sie ohne Alkohol weniger Probleme?

Wenn Sie mehr als zwei Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, können Sie davon ausgehen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie sollten Ihr Trinkverhalten kritisch überprüfen und vielleicht doch mit einer Beratungsstelle oder mit einem erfahrenen Arzt oder Therapeuten Kontakt aufnehmen.




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